Rassestandard der CMKU 

URSPRUNGSLAND:

Tschechische Republik. 

DATUM DER VERÖFFENTLICHUNG DES URSPRÜNGLICH GÜLTIGEN STANDARDS:

12. Oktober 1980 

VERWENDUNG:

Gesellschaftsfähige Rasse 

KURZÜBERBLICK ZUR HISTORIE:

Historischen Quellen nach ist die Rasse mit der Bezeichnung PRAGER RATTLER in der Geschichte Tschechiens verankert. Aufgrund ihrer kleinen Größe, der Wendigkeit und des ausgezeichnet entwickelten Geruchsvermögens wurde die Rasse bei der Jagd nach Ratten und Mäusen eingesetzt (daher rührt die historische Bezeichnung „Rattler“). Diese Eigenschaft gewann die Rasse nach einer langen historischen Entwicklung. Der kleine, flinke Hund wohnte oft den Festen böhmischer Könige auf der Prager Burg bei, schmückte die Höfe böhmischen Adels und gelangte als Geschenk tschechischer Herrscher auf die Höfe weiterer europäischer Regenten und von dort an weiter in die bürgerliche Schicht. Historische Nachforschungen ergaben, dass es sich um eine ausschließlich tschechische Rasse handelt, deren Geschichte belegbar ist.

Seit 1980 wird die Rasse neu aufgebaut, bisher sehr erfolgreich. Der Prager Rattler ist wieder beliebt, lebt in vielen tschechischen Familien und auch in weiteren Ländern der Welt steigt erfreulicherweise das Interesse an dieser Rasse. 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Kleiner kurzhaariger Hund mit einem fast quadratischen, kompakten Körperbau. Trotz seinem Kleinwuchses sehr beweglich und ausdauernd. Guter Geschlechtsausdruck, bei Rüden als auch bei Hündinnen. 

VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):

Der Prager Rattler ist zart, verschmust und sehr neugierig. Beim Laufen ist er sehr schnell, wendig und unermüdlich. Seinem Herrchen und den Familienmitgliedern gegenüber ist er freundlich und zutraulich. Fremden gegenüber ist er misstrauisch und zurückhaltend. Die Rasse eignet sich für jede Familie, die seine natürliche Intelligenz und seinen netten Charakter schätzt. 

WICHTIGE AUSSENPROPORTIONEN: 

Widerristhöhe zur Körperlänge 1:1,05 – bei Hündin eventuell größer

Die Brusttiefe beträgt 45-50% der Widerristhöhe

Schädelbreite zur Schädellänge 1:1 bis 1,03

Die Nasenrückenlänge beträgt 1/3 – 1/2 der Kopflänge

Diese Maße und Proportionen sind als optimale Richtwerte zu betrachten, maßgebend ist immer das Gesamtaussehen des Hundes.

KOPF 

Der Kopf ist birnenförmig. 

Schädelteil des Kopfes: 

Der Schädel ist rundlich mit erkennbarer Stirnfurche und ausgeprägtem Hinterhauptbein. Die Augen liegen weit auseinander. Haut am Schädel glatt, ohne Falten. Deutliche Stirnneigung. 

Fang: 

Die Nase ist pigmentiert. Die Farbe und Farbsättigung des Pigments entspricht der Grundfärbung des Fells.

Die Lefzen:

Anliegend, fest und mit geschlossenen Winkeln. Alle Lefzenränder komplett pigmentiert. Die Pigmentierung entspricht der Grundfärbung des Fells.

Kiefer / Gebiss:

Beide Kiefer gleichmäßig entwickelt und zur Nase hin verlaufend. Zähne mit Scherenbiss. Ein vollständiges Gebiss ist zu empfehlen. 

Augen:

Dunkel, bei anderen Farbschlägen möglichst dunkel, entsprechend der Grundfärbung des Fells. Mittelgroß, rund, leicht vorstehend, ziemlich weit auseinander liegend. Die Augenlider anliegend und pigmentiert.

Ohren:

Im hinteren Schädelbereich sehr hoch und relativ breit angesetzt, dreieckig, fest, natürlich aufgerichtet oder leicht umgeklappt (wird toleriert, ist jedoch unerwünscht). Die Ohren werden nicht senkrecht getragen, sondern sind in einem leichten Winkel zur Seite gesetzt. 

HALS: 

Trocken, absolut frei von loser Haut, edel gebogen, ausreichend lang, im richtigen Einklang mit Körper und Kopf. 

KÖRPER 

Obere Profillinie:

Kompakt und gerade. 

Widerrist:

Nicht ausgeprägt.

Rücken:

Kurz, gerade, kompakt.

Lenden:

Kurz, direkt an den Rücken anschließend, kontinuierlich in die Hinterseite übergehend.

Kruppe:

Leicht abfallend, ausreichend lang. 

Rute:

In der Rückenlinie angesetzt, bis zu den Sprunggelenken, aber nicht weiter reichend. Am Rutenansatz kräftig, zur Spitze hin schmaler. Gerade oder ab der Hälfte leicht nach oben gebogen. In Bewegung höher getragen, über dem Rücken bis zum Halbkreis zusammengerollt.

Brust:

Nicht sehr breit, im Schnitt oval. Beträgt 45 – 50% der Widerristhöhe.

Untere Profillinie und Bauch:

Leicht eingezogen, zwischen Bauch und Lendenbereich klarer Übergang in die eingezogene Leiste. 

GLIEDMASSEN 

SCHULTERGLIEDMASSEN 

Gesamtbild:

Bei Frontansicht gerade und gleichlaufend, nicht sehr breit stehend. 

Schulterblätter:

muskulös, zum Brustkorb hin dicht anliegend. Bilden mit der Schulter einen nicht sehr stumpfen Winkel. 

Ellbogen:

 Dicht anliegend, weder ein- noch ausgedreht. 

Unterarme:

angemessen stämmig, gerade. 

Vorderfuß:

Bei Frontansicht gerade, in direkter Verlängerung der Linie des Unterarms. Bei Seitenansicht leicht abfallend, kräftig. 

Vorderpfoten

Rund, mit kurzen eng aneinander liegenden gewölbten Zehen. Dunkle Krallen. 

BECKENGLIEDMASSE. 

Gesamtbild:

muskulös, bei Seitenansicht im Knie- und Sprunggelenk gut gewinkelt. Bei Hinteransicht eine nicht sehr breite, gerade und parallele Stellung.

Hinterpfoten wie die Vorderpfoten, können eventuell etwas länger sein. 

GANGWERK:

Die Bewegung beider Gliedmaßenpaare ist ergiebig, parallel, elastisch, leicht und flink. Die Pfoten dürfen bei der Bewegung nicht am Boden schleifen (sog. schlurfender Gang). Die Hinterpfoten treten bei der Bewegung voll in die Spur der Schultergliedmaßen. 

HAUT:

Ausreichend dick, fest und elastisch. Gut am Körper haftend. Die Hautpigmentierung entspricht der Haarfärbung. 

HAARKLEID 

HAAR:

Kurz, glänzend, anliegend, dicht ohne kahle Stellen. Am Kopf gewöhnlich dünner und kürzer als am Körper.

FARBE:

Bevorzugt wird die schwarze Grundfärbung mit Abzeichen. Die Abzeichen sind lohfarben, am begehrtesten sind dunkelrote, scharf abgegrenzte Stellen. Sie kommen über den Augen, auf den Wangen, unter dem Hals, auf der Mittelhand der Vorderpfote, auf Pfoten, auf der Innenseite der Hinterläufe und unter der Rutenwurzel vor; auf der Vorbrust bilden sie zwei gleichmäßige, voneinander abgetrennte Dreiecke.

Andere Farbschläge unterscheiden sich je nach genetischer Anlage durch die Grundfarbe des Körpers, des Nasenschwamms, der Hautderivate, sowie durch die Sättigung der Augen- und Abzeichenpigmente. Allgemein gilt eine sattere Pigmentation im Rahmen der gegebenen Farbe als Vorzug. 

GRÖßE UND GEWICHT 

Größe: optimale Größe beträgt 20 cm bis 23 cm (+/- 1)

Gewicht: optimales Gewicht beträgt ca. 2,60 kg. 

Anmerkung: Rüden müssen über zwei normal entwickelte, vollständig in den Hodensack abgestiegene Hoden verfügen. 

FEHLER:

Jede Abweichung von den genannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung vom Standard und zur eventuellen Beeinträchtigung vom Gesundheitszustand oder Verhalten des Hundes stehen sollte. (bewertungspflichtiger Bestandteil des Standards).

Es handelt sich vor allem um:

-     schmalen oder zu wenig gewölbten Schädel

-     unregelmäßige Zähne, Zangenbiss

-     leicht gewölbter Rücken und Lenden, weicherer Rücken

-     leicht aus- oder eingedrehte Pfoten

-     mehrere gelbe Abzeichen auf dem Kopf oder Bauch und gelbe scheckige Färbung, ungeteiltes Brustabzeichen

-     Pigmentierung der oberen Lefze entspricht nicht der Grundfärbung des Fells

-     größerer weißer Fleck auf der Brust (über 1cm), vereinzelte weiße Punkte auf den Zehen

-     Rute dauerhaft zusammengerollt, bzw. fest am Rücken oder an einer Seite anliegend, tief getragen 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER: 

-     Fontanelle

-     apfelförmiger Kopf, d. h., die Nasenpartie unterschreitet 1/3 der Kopfgesamtlänge

-     Vor- oder Rückbiss

-     dicht am Kopf angelegtes Ohr

-     stark gewölbter Rücken und Lenden

-     Kahlstellen irgendwo am Körper

-     Verlust von mehr als 4 Zähnen (außer P1 und M3), Verlust von zwei und mehr Schneidezähnen

-     Fehlen von Abzeichen am Kopf bei Tieren mit Abzeichen

-     großes weißes Abzeichen auf der Brust und weiße Abzeichen auf den Gliedmaßen